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Standesamt: Anmeldung, Unterlagen und alles, was ihr wissen müsst

Wann zum Standesamt, welche Unterlagen ihr braucht, was es kostet, ein vollständiger Leitfaden für die Anmeldung der Eheschließung in Deutschland.

Von Miri, redaktionell verantwortet von 16 Min. Organisation
Messingschild mit der Aufschrift Standesamt an einer Gebäudefassade

In Deutschland kommt um eine Sache niemand drumherum: die standesamtliche Trauung. Erst sie macht euch rechtlich zu einem Ehepaar, egal, ob ihr danach noch kirchlich oder frei heiratet. Seit 1975 ist die Zivilehe Pflicht, alles andere ist optional.

Die gute Nachricht: Der bürokratische Teil ist überschaubar. Die schlechte: Es gibt ein paar Stolperfallen, die ihr besser vorher kennt.

Wann müsst ihr euch anmelden?

Die offizielle Anmeldung der Eheschließung ist frühestens 6 Monate vor dem Hochzeitstermin möglich. Das ist gesetzlich im Personenstandsgesetz geregelt. Vorher geht es nicht, auch nicht mit guten Argumenten.

Was ihr aber schon vorher tun könnt: einen Wunschtermin reservieren. Viele Standesämter bieten an, beliebte Termine bereits 12 bis 18 Monate im Voraus vorzumerken. Das ist nicht die offizielle Anmeldung, sondern nur eine Reservierung. Aber sie sichert euch das Datum.

Empfehlung für die Praxis:

  • 12 bis 18 Monate vorher: Termin reservieren (besonders für Samstage, Mai bis September, Schnapszahlen wie 06.06.2027)
  • 6 Monate vorher: Offizielle Anmeldung mit allen Unterlagen
  • 2 bis 4 Wochen vor der Trauung: Letzte Details klären (Trauzeugen, Musik, Reden)

Welches Standesamt ist zuständig?

Ihr könnt euch beim Standesamt eures Haupt- oder Nebenwohnsitzes anmelden, egal, ob das der Wohnsitz der Braut oder des Bräutigams ist. Wenn ihr in unterschiedlichen Städten gemeldet seid, könnt ihr wählen.

Heiraten könnt ihr aber theoretisch in jedem Standesamt Deutschlands. Eure Unterlagen werden dann vom zuständigen Standesamt an das gewünschte weitergeleitet. Achtung: Das kostet meist eine extra Gebühr (zwischen 30 und 100 Euro), und nicht jedes Standesamt nimmt auswärtige Paare an. Solche Nebenkosten gehören von Anfang an ins Hochzeitsbudget.

Welche Unterlagen braucht ihr?

Hier wird’s konkret. Beide Verlobten müssen bei der Anmeldung persönlich erscheinen und die folgenden Unterlagen mitbringen:

Für beide Partner

  • Gültiger Personalausweis oder Reisepass
  • Beglaubigte Abschrift aus dem Geburtenregister (nicht älter als 6 Monate, holt ihr beim Standesamt eures Geburtsorts)
  • Erweiterte Meldebescheinigung mit Familienstand und Staatsangehörigkeit (vom Einwohnermeldeamt eures Wohnsitzes, ebenfalls nicht älter als 6 Monate)

Zusätzlich, je nach Situation

  • Wenn schon einmal verheiratet: Eheurkunde der vorigen Ehe + Scheidungsurteil mit Rechtskraftvermerk (oder Sterbeurkunde des Ex-Partners)
  • Wenn ihr Kinder habt: Geburtsurkunden der gemeinsamen Kinder
  • Wenn einer von euch nicht in Deutschland geboren ist: Internationale Geburtsurkunde, ggf. mit Übersetzung und Apostille
  • Wenn einer von euch keine deutsche Staatsangehörigkeit hat: Ehefähigkeitszeugnis aus dem Heimatland (kann mehrere Wochen dauern!)
  • Wenn einer minderjährig ist: Befreiung vom Erfordernis der Ehemündigkeit (Antrag beim Familiengericht)

Falls ein Partner nachweislich verhindert ist, kann der andere die Anmeldung allein vornehmen, mit einer schriftlichen Vollmacht und Beitrittserklärung des fehlenden Partners. Das Formular gibt’s beim Standesamt.

Wenn eine:r von euch keinen deutschen Pass hat

Ab hier wird es aus dem Routinefall ein Sonderfall, und genau daher kommen die meisten Rückfragen, die uns erreichen. Wenn eine:r von euch keine deutsche Staatsangehörigkeit hat, kommen drei Dinge dazu: ein Ehefähigkeitszeugnis, die Beglaubigung der Dokumente und deutlich mehr Vorlauf.

Das Ehefähigkeitszeugnis

Deutschland verlangt den Nachweis, dass dem Heiraten nach dem Recht des Heimatlandes nichts entgegensteht. Dieses Dokument stellt das Heimatland aus, und wie es heißt und wie man es bekommt, ist von Land zu Land völlig verschieden.

  • EU-Länder und die meisten europäischen Staaten stellen es routinemäßig aus. Rechnet mit zwei bis sechs Wochen.
  • Manche Länder stellen gar keines aus. Dazu gehören unter anderem die USA, das Vereinigte Königreich, Australien und Kanada.

Wenn das Heimatland keines ausstellt, könnt ihr die Anforderung nicht einfach überspringen. Stattdessen leitet das Standesamt den Fall an das zuständige Oberlandesgericht weiter, das eine Befreiung erteilt. Das Verfahren ist normal und üblich, dauert aber sechs Wochen bis sechs Monate, je nach Gericht und Vollständigkeit eurer Unterlagen.

Zwei Konsequenzen für die Planung. Erstens: Fangt damit an, bevor ihr irgendetwas bucht. Zweitens: Das Zeugnis ist nach Ausstellung meist sechs Monate gültig, startet also auch nicht so früh, dass es vor der Trauung abläuft.

Apostille, Legalisation und Übersetzungen

Ausländische Dokumente brauchen in der Regel zwei Dinge, bevor ein deutsches Standesamt sie annimmt.

Beglaubigung. Für Länder im Haager Apostille-Übereinkommen genügt eine Apostille aus dem Ausstellerland. Für Länder außerhalb braucht es eine Legalisation über die deutsche Botschaft oder das Konsulat, was länger dauert und aufwendiger ist.

Beglaubigte Übersetzung. Dokumente, die nicht auf Deutsch sind, müssen von einer in Deutschland beeidigten Übersetzerin übersetzt werden. Eine Übersetzung aus dem Ausland oder von einer zweisprachigen Bekannten wird meist nicht akzeptiert. Rechnet mit 30 bis 80 Euro pro Dokument.

Fragt euer Standesamt, welche Dokumente es konkret beglaubigt haben will, bevor ihr irgendetwas bezahlt. Die Anforderungen unterscheiden sich zwischen Ämtern, und eine Apostille, die niemand wollte, ist Geld ohne Gegenwert.

Realistischer Zeitplan bei Nicht-EU-Staatsangehörigkeit

Wann Was
12 bis 14 Monate vorher Beim Standesamt erfragen, was für eure konkreten Staatsangehörigkeiten nötig ist. Das zuerst, alles andere hängt daran.
11 bis 12 Monate vorher Ehefähigkeitszeugnis beantragen, oder Befreiungsverfahren beim OLG starten, falls es keines gibt.
9 bis 11 Monate vorher Geburtsurkunden bestellen, Apostillen einholen, beglaubigte Übersetzungen beauftragen.
6 bis 9 Monate vorher Befreiung durch das OLG liegt üblicherweise vor, falls nötig.
4 bis 6 Monate vorher Anmeldung der Eheschließung persönlich. Die Anmeldung ist sechs Monate gültig.
Trauung Ausweise mitbringen. Mehr braucht ihr am Tag selbst wirklich nicht.

Sind beide EU-Bürger:innen, schrumpft das Ganze auf etwa sechs Monate. Bei Nicht-EU-Staatsangehörigkeit plant ein Jahr ein und lasst euch positiv überraschen.

Namenswahl bei binationalen Ehen

Das deutsche Namensrecht lässt binationalen Paaren die Wahl, welches Recht für den Namen gilt. Das ist eine echte Entscheidung mit echten Folgen, und man übersieht sie leicht, weil niemand von sich aus davon anfängt.

Nach deutschem Recht könnt ihr getrennte Namen behalten, einen gemeinsamen Ehenamen wählen oder für eine Person einen Doppelnamen bilden. Manche andere Rechtsordnungen erlauben Kombinationen, die das deutsche Recht nicht kennt. Welche Möglichkeiten eure Kombination eröffnet, sagt euch das Standesamt, aber ihr müsst danach fragen.

Praktischer Hinweis: Was ihr auch wählt, das Ändern von Pass, Aufenthaltstitel, Bankkonten und Arbeitgeberunterlagen dauert hinterher Wochen. Wenn eine:r von euch einen Aufenthaltstitel hat, klärt es vor der Entscheidung mit der Ausländerbehörde.

Was die Heirat für den Aufenthalt bedeutet, und was nicht

Die Ehe mit einer deutschen oder einer in Deutschland lebenden EU-Staatsangehörigen kann einen Weg zu einem Aufenthaltstitel eröffnen, automatisch ist das aber nicht, und sofort erst recht nicht. Die Regeln hängen von der Staatsangehörigkeit, dem aktuellen Status und dem Ort der Eheschließung ab.

Wir werden hier bewusst nicht konkreter, weil Fehler an dieser Stelle Folgen haben, die wir nicht verantworten können. Sprecht mit der Ausländerbehörde oder einer Fachanwältin für Migrationsrecht, bevor ihr Entscheidungen trefft, die davon abhängen.

Im Ausland heiraten und in Deutschland anerkennen lassen

Manche Paare heiraten stattdessen im Heimatland des einen Partners. Auf dem Papier ist das oft einfacher, für die Anerkennung in Deutschland braucht ihr dann aber die ausländische Heiratsurkunde mit Apostille oder Legalisation plus beglaubigte Übersetzung. In manchen Fällen muss die Ehe zusätzlich ins deutsche Eheregister eingetragen werden.

Wenn eine:r von euch danach in Deutschland leben will, fragt vor der Entscheidung beim Standesamt nach, wie die Anerkennung für euer konkretes Land läuft. Den Papierkram zweimal zu machen ist ein reales Risiko.

Was kostet das Standesamt?

Vorweg das Wichtigste, weil im Netz dazu viel Halbwissen steht: Es gibt keine bundesweit einheitliche Gebühr. Die Sätze legen die Kommunen in ihrer eigenen Gebührensatzung fest, nicht der Bund und in den meisten Fällen auch nicht das Land. Deshalb kann die Anmeldung in der Nachbarstadt zwanzig Euro mehr oder weniger kosten, und deshalb widersprechen sich die Zahlen, die ihr in Ratgebern findet.

Was die Anmeldung in großen Städten kostet

Das ist der Posten, der überall anfällt. Die Werte stammen aus den Gebührenverzeichnissen der Städte, Stand August 2026:

Stadt Anmeldung der Eheschließung
Köln 40 €
Berlin 45 €
Frankfurt am Main 47 €
München 50 €
Stuttgart 50 €
Hamburg ab 74,50 €

Zwischen Köln und Hamburg liegen damit fast 35 Euro für exakt dieselbe Amtshandlung. Wer in einer kleineren Gemeinde heiratet, zahlt oft weniger als in der nächsten Großstadt.

Sobald Auslandsbezug dazukommt

Hat eine:r von euch keine deutsche Staatsangehörigkeit oder muss ausländisches Recht geprüft werden, steigt die Anmeldegebühr deutlich. In Berlin verdoppelt sie sich von 45 auf 90 Euro. Andere Städte handhaben es ähnlich, meist als Zuschlag zwischen 50 und 100 Euro. Derselbe erhöhte Satz greift in Berlin auch dann, wenn ihr in einem anderen Standesamt heiratet als dem zuständigen.

Die übrigen Posten

Posten Kosten
Eheurkunde 10–20 €
Stammbuch der Familie (optional) 30–80 €
Trauung außerhalb der Öffnungszeiten (z. B. Samstag) 60–150 € extra
Trauung außerhalb der Amtsräume (Schloss, Hotel) 75–150 € Zuschlag, dazu die Raummiete
Raummiete an besonderen Trauorten 200–500 €
Trauung in einem anderen Standesamt als dem zuständigen 30–100 € extra

Was ihr unterm Strich einplanen solltet

  • Schlicht, werktags im Trauzimmer: rund 60 bis 100 Euro
  • Samstagstermin im Standesamt: rund 130 bis 250 Euro
  • Samstag an einem besonderen Trauort: 300 bis 700 Euro, je nach Raummiete
  • Mit Auslandsbezug: zusätzlich 50 bis 100 Euro Gebühr, dazu Übersetzungen und Apostillen (siehe oben)

Ein Anruf beim zuständigen Standesamt ersetzt jede Tabelle. Fragt gezielt nach drei Dingen: Anmeldegebühr für eure Konstellation, Zuschlag für den Wunschtermin, Raummiete am Wunschort. Damit habt ihr in zehn Minuten eine belastbare Zahl fürs Hochzeitsbudget.

Woher diese Zahlen kommen

Die Anmeldegebühren für Berlin und Hamburg stammen aus den amtlichen Gebührenübersichten der jeweiligen Stadt, die übrigen Städte aus veröffentlichten Gebührenverzeichnissen und Vergleichserhebungen. Die Spannen bei Zuschlägen und Raummieten sind aus mehreren kommunalen Satzungen zusammengetragen. Preisstand ist August 2026. Verbindlich ist immer die Auskunft eures Standesamts. Gebührensatzungen werden regelmäßig angepasst.

Der Ablauf der Trauung selbst

Eine standesamtliche Trauung dauert in der Regel 20 bis 30 Minuten. Der Ablauf ist überall ähnlich:

  1. Begrüßung durch den Standesbeamten, kurze Worte zum Anlass
  2. Personalienprüfung, Brautpaar und Trauzeugen weisen sich aus
  3. Ansprache des Standesbeamten, meist ein paar persönliche Worte, basierend auf einem Vorgespräch
  4. Ja-Wort, die offizielle Frage und das offizielle Ja
  5. Ringtausch, falls gewünscht (kein Pflichtbestandteil)
  6. Unterschriften, Brautpaar, Trauzeugen, Standesbeamter
  7. Übergabe der Eheurkunde

Trauzeugen sind seit 1998 nicht mehr verpflichtend. Wer welche möchte, darf bis zu zwei benennen. Sie müssen volljährig sein und sich mit Personalausweis oder Reisepass ausweisen.

Was viele unterschätzen: das Vorgespräch

Bei der Anmeldung führt der Standesbeamte oft ein kurzes Gespräch mit euch, wie ihr euch kennengelernt habt, was euch verbindet, was er in seiner Rede erwähnen darf. Das ist keine Pflicht, macht die Trauung aber persönlicher. Viele Paare unterschätzen diesen Moment und sind später überrascht, wie schön die kleinen Details in der Rede ankommen.

Tipp: Schreibt euch vorher ein paar Stichworte auf, schöne gemeinsame Erlebnisse, lustige Anekdoten, Pläne für die Zukunft. Der Standesbeamte freut sich über Material und ihr bekommt eine Rede, die wirklich zu euch passt.

Häufige Stolperfallen

Stolperfalle 1: Unterlagen sind zu alt. Geburtsregister-Auszüge dürfen bei der Anmeldung nicht älter als 6 Monate sein. Wer früh dran ist und die Anmeldung verschiebt, muss sie neu beantragen.

Stolperfalle 2: Auslandsdokumente unterschätzen. Wenn einer von euch im Ausland geboren ist oder eine ausländische Staatsangehörigkeit hat, kann die Beschaffung von Dokumenten Monate dauern. Plant das ein.

Stolperfalle 3: Wunschdatum nicht reserviert. Wer im Mai 2027 an einem Samstag heiraten will und sich erst sechs Monate vorher meldet, hat oft Pech. Reserviert früh.

Stolperfalle 4: Falsche Annahme zum Wohnsitz. Manche Paare denken, sie müssten dort heiraten, wo sie aufgewachsen sind. Falsch, zuständig ist immer der aktuelle Wohnsitz.

Stolperfalle 5: Den Namen erst danach klären. Die Frage, ob ihr einen gemeinsamen Familiennamen führen wollt (und wenn ja, welchen), wird beim Standesamt offiziell festgelegt. Klärt das vorher in Ruhe, am Tag der Trauung selbst sollte das keine Diskussion mehr sein.

Viele Paare kombinieren den Standesamtstermin mit einer freien Trauung als eigentlicher Feier. Was das rechtlich bedeutet, was ein Trauredner kostet und wie eine Zeremonie aufgebaut ist, steht in Freie Trauung.

Was HeyBride euch hier abnimmt

Standesamt-Bürokratie ist nicht dramatisch, aber sie hat eine Reihenfolge und Fristen, die man kennen muss. HeyBride fügt diese Schritte automatisch in eure Hochzeits-Checkliste ein, mit den richtigen Vorlaufzeiten je nach eurem Hochzeitsdatum. Miri erinnert euch:

  • 12 Monate vorher: “Standesamt-Termin reservieren”
  • 8 Monate vorher: “Geburtsregister-Auszug beantragen”
  • 6 Monate vorher: “Anmeldung der Eheschließung beim Standesamt”
  • 4 Wochen vorher: “Trauzeugen finalisieren und Stichworte fürs Vorgespräch sammeln”

Plus: Im Dokumenten-Bereich könnt ihr alle Unterlagen hochladen, scannen oder fotografieren. Miri erkennt automatisch Fristen und warnt euch, wenn ein Dokument zu alt zu werden droht.

Häufige Fragen

01Welche Unterlagen braucht man für die Anmeldung der Eheschließung?
Beide brauchen einen gültigen Ausweis oder Reisepass, eine beglaubigte Abschrift aus dem Geburtenregister und eine erweiterte Meldebescheinigung mit Familienstand und Staatsangehörigkeit, die beiden Urkunden jeweils nicht älter als sechs Monate. Dazu je nach Situation: Scheidungsurteil mit Rechtskraftvermerk, Sterbeurkunde bei Verwitweten, Geburtsurkunden gemeinsamer Kinder oder ein Ehefähigkeitszeugnis bei ausländischer Staatsangehörigkeit. Zuständig ist das Standesamt am Wohnsitz eines von euch, anmelden könnt ihr frühestens sechs Monate vor dem Wunschtermin. Verbindlich ist immer die Auskunft eures Standesamts, ein Anruf klärt Sonderfälle in zehn Minuten.
02Was ist ein Ehefähigkeitszeugnis und wer braucht es?
Es bescheinigt, dass dem Heiraten nach dem Recht des Heimatlandes nichts entgegensteht, und wer keine deutsche Staatsangehörigkeit hat, braucht es. Die meisten europäischen Länder stellen es in zwei bis sechs Wochen aus. Stellt das Heimatland gar keines aus, wie etwa die USA, Großbritannien, Australien oder Kanada, erteilt stattdessen das Oberlandesgericht eine Befreiung, und dafür solltet ihr sechs Wochen bis sechs Monate einplanen. Beantragt es als Erstes: Bei internationalen Paaren ist es der Posten, der am häufigsten den Hochzeitstermin verschiebt.
03Wie lange dauert es, wenn eine:r von uns keinen deutschen Pass hat?
Plant etwa ein Jahr ein. Der lange Posten ist das Ehefähigkeitszeugnis oder die Befreiung durch das Oberlandesgericht mit sechs Wochen bis sechs Monaten, dazu kommt Zeit für Geburtsurkunden aus dem Ausland, Apostillen und beglaubigte Übersetzungen. Sind beide EU-Bürger:innen, reichen meist sechs Monate. Beginnt mit dem Anruf beim Standesamt und lasst euch die Liste für genau eure Konstellation geben. Besorgt die Dokumente danach in der Reihenfolge ihrer Bearbeitungszeit, das langsamste zuerst.
04Brauchen ausländische Dokumente eine Apostille und eine Übersetzung?
Meistens beides. Für Länder im Haager Apostille-Übereinkommen genügt eine Apostille, für Länder außerhalb braucht es eine Legalisation über die deutsche Botschaft, was länger dauert. Nicht deutschsprachige Dokumente müssen von einer in Deutschland beeidigten Übersetzerin übersetzt werden, das kostet rund 30 bis 80 Euro pro Dokument. Rechnet pro internationalem Dokument also mit zwei Schritten und einigen Wochen. Klärt vorher mit dem Standesamt, welche Form es genau verlangt, sonst zahlt ihr Beglaubigungen doppelt.
05Was kostet die standesamtliche Trauung?
Eine schlichte Trauung im Trauzimmer zu den Öffnungszeiten kostet insgesamt rund 60 bis 100 Euro. Davon entfallen auf die Anmeldung je nach Stadt 40 bis 75 Euro, dazu kommt die Eheurkunde mit 10 bis 20 Euro. Ein Samstagstermin im Standesamt liegt bei 130 bis 250 Euro, ein Samstag an einem besonderen Trauort mit Raummiete bei 300 bis 700 Euro. Die Gebühren sind kommunal geregelt und unterscheiden sich zwischen Nachbargemeinden deutlich, fragt sie deshalb direkt beim zuständigen Amt ab.
06Wie hoch sind die Gebühren fürs Standesamt in Deutschland?
Es gibt keine bundesweit einheitliche Gebühr, die Sätze legen die Kommunen in ihrer eigenen Gebührensatzung fest. Für die Anmeldung der Eheschließung zahlt ihr Stand August 2026 in Köln 40 Euro, in Berlin 45 Euro, in Frankfurt am Main 47 Euro, in München und Stuttgart je 50 Euro und in Hamburg ab 74,50 Euro. Zwischen der günstigsten und der teuersten dieser Städte liegen fast 35 Euro für dieselbe Amtshandlung. In kleineren Gemeinden ist es oft günstiger als in der nächsten Großstadt.
07Warum ist die standesamtliche Trauung in manchen Städten teurer?
Weil jede Kommune ihre Gebührensatzung selbst beschließt. Das Personenstandsgesetz regelt den Ablauf, nicht den Preis. Teurer wird es zusätzlich, wenn ausländisches Recht geprüft werden muss: In Berlin steigt die Anmeldegebühr dann von 45 auf 90 Euro. Derselbe erhöhte Satz gilt dort auch, wenn ihr nicht in eurem zuständigen Standesamt heiratet.

Bereit für eure eigene Planung?

HeyBride macht aus jedem Tipp ein To-Do — automatisch, mit Deadline, in eurem Zeitplan. Jetzt kostenlos starten.

Miri ist schon ein kleines bisschen aufgeregt

Miri winkt zum Abschied