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Was kostet eine Hochzeitslocation? Saalmiete, Mindestumsatz und die versteckten Posten

Saalmiete nach Locationtyp, wie ein Mindestumsatz wirklich gerechnet wird und welche Kosten erst im Vertrag auftauchen: Korkgeld, Endreinigung, Überstunden, Aufbautag.

Von Miri, redaktionell verantwortet von 10 Min. Budget
Bestuhlte Trauung auf einer Holzterrasse am Meer, Blumenarrangements und Pampasgras entlang des Gangs

Die Location ist der größte Posten eurer Hochzeit und zugleich der, bei dem Angebote am schwersten vergleichbar sind. Ein Haus nennt 2.500 Euro Miete und lässt euch das Catering frei wählen. Das nächste nennt null Euro Miete und einen Mindestumsatz von 9.000 Euro. Ein drittes schickt eine Pauschale pro Person, in der irgendetwas enthalten ist, das im Angebot nicht steht.

Dieser Text macht die drei Modelle vergleichbar und listet die Posten, die erst im Vertrag auftauchen.

Die drei Preismodelle

Reine Saalmiete. Ihr zahlt für den Raum und bringt Catering, Getränke und oft auch Mobiliar selbst mit. Typisch für Scheunen, Industrieräume, Gutshöfe und Vereinsheime. Größte Freiheit, größter Organisationsaufwand.

Mindestumsatz statt Miete. Der Raum kostet nichts, dafür verpflichtet ihr euch, einen bestimmten Betrag für Speisen und Getränke auszugeben. Typisch für Hotels, Restaurants und Eventlocations mit eigener Küche. Bequem, aber nur dann günstig, wenn eure Gästezahl zum Mindestumsatz passt.

Pauschale pro Person. Ein Preis pro Gast, der Raum, Essen und meist ein Getränkepaket enthält. Typisch für Hotels. Am leichtesten zu kalkulieren, am schwersten zu vergleichen, weil der Leistungsumfang stark schwankt.

Für den Angebotsvergleich rechnet ihr alles auf denselben Nenner: Gesamtkosten geteilt durch eure erwartete Gästezahl. Alles andere führt in die Irre.

Saalmiete nach Locationtyp

Richtwerte für einen Samstag in der Hauptsaison, ohne Catering, für 60 bis 80 Gäste.

Locationtyp Saalmiete Samstag Anmerkung
Vereinsheim, Gemeindesaal 200 bis 700 € oft Eigenregie, wenig Service
Restaurant mit Nebenraum 0 bis 500 € meist Mindestumsatz statt Miete
Scheune, Gutshof 800 bis 2.500 € häufig plus Aufbautag
Weingut 1.000 bis 2.800 € Getränkebindung üblich
Hotel mit Festsaal 500 bis 2.000 € oft Pauschale pro Person
Eventlocation in der Stadt 2.000 bis 5.000 € Technik teils extra
Schloss, Herrenhaus 2.500 bis 8.000 € Exklusivität kostet zusätzlich

Diese Zahlen sind die Miete allein. Der Gesamtblock aus Location, Catering und Getränken liegt bei einer Hochzeit mit 60 Gästen typischerweise bei 8.000 bis 10.000 Euro. Die vollständige Aufstellung aller zwölf Posten steht in unserer Übersicht zu den Hochzeitskosten in Deutschland.

Mindestumsatz: die Zahl, die niemand vorrechnet

Ein Mindestumsatz klingt harmlos, weil er wie ein Ziel aussieht, das man ohnehin erreicht. Die Frage ist nur, was darauf angerechnet wird. Vier Punkte klärt ihr vor der Unterschrift:

  1. Zählen Getränke mit? Manche Häuser rechnen nur Speisen an. Damit steigt der reale Betrag um ein Drittel.
  2. Zählt die Servicepauschale mit? 10 bis 18 Prozent auf Speisen und Getränke sind üblich. Wenn sie nicht angerechnet wird, zahlt ihr sie zusätzlich zum Mindestumsatz.
  3. Was passiert bei weniger Gästen? Der Mindestumsatz bleibt. Wenn zehn Gäste absagen, zahlt ihr trotzdem denselben Betrag.
  4. Gilt er auch für den Sektempfang und die Mitternachtssuppe? Wenn ja, erreicht ihr ihn leichter, als es zunächst aussieht.

Rechenbeispiel. Mindestumsatz 9.000 Euro, 70 Gäste, nur Speisen anrechenbar. Menü 65 Euro pro Person sind 4.550 Euro. Um auf 9.000 zu kommen, braucht ihr weitere 4.450 Euro Speisen, also Sektempfang, Mitternachtssnack und Torte im Haus. Die Getränke von etwa 3.000 Euro und die Servicepauschale von rund 1.400 Euro kommen obendrauf. Aus einem Mindestumsatz von 9.000 Euro werden 13.400 Euro Rechnung.

Genau diese Frage steht in unserer Location-Checkliste mit 52 Fragen unter Kosten und Vertrag. Stellt sie im ersten Gespräch, nicht bei der Besichtigung.

Getränke: Pauschale, Abrechnung oder Korkgeld

Drei Modelle, drei sehr verschiedene Endsummen.

Modell Typischer Preis Wann sinnvoll
Getränkepauschale 35 bis 70 € pro Gast Lange Feier, trinkfreudige Gäste
Abrechnung nach Verbrauch 25 bis 60 € pro Gast Gemischte Gästestruktur, viele Kinder
Eigene Getränke plus Korkgeld 8 bis 20 € je Flasche Location mit hohen Getränkepreisen

Bei der Pauschale prüft ihr die Endzeit: Viele Pauschalen enden um 1 oder 2 Uhr, danach wird einzeln abgerechnet. Bei der Abrechnung nach Verbrauch verlangt ihr ein Zwischenlimit, sonst kennt ihr die Summe erst am nächsten Morgen.

Beim Korkgeld lohnt sich die Gegenrechnung: 15 Euro Korkgeld pro Flasche Wein klingen viel, sind bei einem Hausweinpreis von 32 Euro aber immer noch günstiger, wenn ihr die Flasche für 9 Euro einkauft.

Die Posten, die erst im Vertrag stehen

Diese Liste ist der eigentliche Grund für diesen Artikel. Fast jede Hochzeit wird 8 bis 15 Prozent teurer als geplant, und ein großer Teil davon entsteht hier.

Posten Typischer Betrag Wonach ihr fragen müsst
Endreinigung 150 bis 500 € Enthalten oder extra? Nur bei grobem Vorräumen?
Überstunden 100 bis 300 € je Stunde Ab wann? Auch für Personal und Technik?
Aufbautag am Vortag 200 bis 800 € Ab wie viel Uhr? Ist der Raum vorher frei?
Abbau am Folgetag 0 bis 400 € Bis wann muss geräumt sein?
Servicepauschale 10 bis 18 % Auf Speisen, Getränke oder beides?
Mobiliarmiete 300 bis 1.500 € Stehtische, Lounge, Stuhlhussen, Geschirr
Personalgetränke 5 bis 10 € pro Kraft Steht selten im Angebot
Strom und Wasser für Foodtruck 50 bis 200 € Nur bei externem Catering relevant
Lärmschutzauflage 0 € Kostet nichts, kann aber die Party um 22 Uhr nach drinnen verlegen
GEMA 100 bis 300 € Wer meldet an, Location oder ihr?

Zusammengerechnet sind das schnell 1.500 bis 3.000 Euro, die in keinem Erstangebot stehen. Plant sie als eigene Zeile ein, nicht als Puffer.

Wo ihr wirklich spart

Der Termin. Der größte Hebel überhaupt. Ein Freitag kostet 10 bis 20 Prozent weniger als ein Samstag, Sonntag bis Donnerstag 20 bis 40 Prozent. Von November bis März sinken die Preise in vielen Häusern um weitere 20 bis 30 Prozent. Euren Gästen fällt das nicht auf, eurem Budget schon.

Die Entfernung. Eine Location 40 Kilometer außerhalb der Stadt kostet oft 3.000 bis 5.000 Euro weniger als dieselbe Größe innerorts. Selbst mit Shuttlebussen für 400 bis 800 Euro bleibt ein großer Rest.

Der Locationtyp. Gemeindesäle, Vereinsheime und kleinere Hotels tauchen auf Hochzeitsportalen kaum auf und sind deshalb deutlich günstiger als die Häuser, die dort ganz oben stehen.

Die Gästezahl. Der stärkste Hebel im gesamten Budget, weil er auf Miete, Catering, Getränke und Personal gleichzeitig wirkt. Was zehn Gäste mehr oder weniger konkret kosten, steht in Was kostet eine Hochzeit mit 30, 50 oder 100 Gästen.

Was sich selten lohnt: an der Servicequalität sparen. Zu wenig Personal führt zu langen Wartezeiten am Buffet, und das ist das Erste, woran sich Gäste erinnern.

Der Vergleich in drei Zeilen

Wenn ihr drei Angebote nebeneinanderlegt, reduziert jedes auf diese drei Zahlen:

  1. Gesamtkosten bei eurer erwarteten Gästezahl, inklusive Servicepauschale, Reinigung und Getränken
  2. Kosten pro Gast, also Zeile 1 geteilt durch die Gästezahl
  3. Was passiert bei zehn Gästen weniger, also wie stark der Preis wirklich mit der Zahl atmet

Punkt 3 trennt gute von schlechten Verträgen. Ein Haus, dessen Preis bei zehn Absagen unverändert bleibt, verkauft euch Risiko mit.

Wie ihr die Angebote überhaupt anfordert und worauf ihr bei der Besichtigung achtet, steht in der Checkliste zur Locationsuche. Was danach vom Budget übrig bleibt, verteilt ihr am einfachsten im Hochzeitsbudget-Rechner.

Was HeyBride euch hier abnimmt

Miri hält eure Locationangebote nebeneinander und rechnet sie auf dieselbe Basis um: Gesamtkosten, Kosten pro Gast, und was sich ändert, wenn die Gästezahl kippt. Die versteckten Posten aus der Tabelle oben stehen als Abfrage im Angebotsvergleich, damit sie euch nicht erst im Vertrag begegnen.

Und sobald ihr unterschrieben habt, wandern Anzahlung, Restzahlung und Stornofristen automatisch in eure Zeitplanung.

Häufige Fragen

01Was kostet eine Hochzeitslocation im Schnitt?
Für die reine Saalmiete an einem Samstag rechnet ihr mit 800 bis 3.500 Euro, je nach Locationtyp und Region. Zusammen mit Catering und Getränken landet der Location-Block bei einer Hochzeit mit 60 Gästen typischerweise bei 8.000 bis 10.000 Euro, also rund 40 Prozent des Gesamtbudgets. Restaurants mit Nebenraum verlangen oft gar keine Miete, sondern nur einen Mindestumsatz.
02Was ist ein Mindestumsatz bei einer Hochzeitslocation?
Ein garantierter Betrag, den ihr in der Location ausgebt, meistens für Speisen und Getränke. Erreicht ihr ihn nicht, zahlt ihr die Differenz trotzdem. Der Mindestumsatz ersetzt in vielen Häusern die Saalmiete. Entscheidend ist die Frage, was darauf angerechnet wird: manche Häuser zählen nur Essen, nicht Getränke, und fast nie Servicepauschale oder Miete für Mobiliar.
03Was ist Korkgeld und wie hoch ist es?
Korkgeld ist die Gebühr dafür, dass ihr eigene Getränke mitbringt. Üblich sind 8 bis 20 Euro pro Flasche Wein oder Sekt, manchmal stattdessen eine Pauschale von 5 bis 15 Euro pro Gast. Ob sich das lohnt, hängt vom Vergleichspreis der Location ab. Bei Häusern mit hohen Getränkepreisen spart ihr auch mit Korkgeld noch 10 bis 20 Euro pro Person.
04Welche Kosten stehen bei einer Hochzeitslocation im Kleingedruckten?
Am häufigsten: Endreinigung 150 bis 500 Euro, Überstunden nach der vereinbarten Endzeit 100 bis 300 Euro je angefangene Stunde, Aufbautag am Vortag 200 bis 800 Euro, Servicepauschale 10 bis 18 Prozent auf Speisen und Getränke, Mobiliarmiete für Stehtische und Lounge, Strom für Foodtrucks und die Getränkepauschale des Personals.
05Wie viel günstiger ist eine Location unter der Woche?
20 bis 40 Prozent gegenüber dem Samstagspreis. Freitag liegt meist 10 bis 20 Prozent darunter, Sonntag bis Donnerstag deutlicher. Auch die Saison zählt: Termine von November bis März kosten in vielen Häusern 20 bis 30 Prozent weniger als von Mai bis September.
06Wie viel Anzahlung verlangt eine Hochzeitslocation?
Meist 20 bis 30 Prozent bei Vertragsunterschrift, oft ein bis anderthalb Jahre vor dem Termin. Der Rest wird typischerweise vier bis zwei Wochen vorher fällig, gerechnet auf die finale Gästezahl. Achtet im Vertrag auf die Stornostaffel: Ab sechs Monaten vor dem Termin verlangen viele Häuser 50 Prozent, ab drei Monaten 80 bis 100 Prozent.

Bereit für eure eigene Planung?

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Miri ist schon ein kleines bisschen aufgeregt

Miri winkt zum Abschied